Text

Text zur Ausstellungseröffnung; Elli Graetz, FIGUR KOPF ZEICHEN, Arbeiten auf Papier und Objekte, am 10.Mai 2008, im Schul und Bethaus Alt - Langsow
„...Denn sie sind eingeschrieben, eingedruckt, eingemalt - die Menschheitsthemen, die uralten und ewig jungen ... vom Hoffen und Scheitern, von Liebe und Tod; Ideal und Wirklichkeit. Und, - sie sind gut aufgehoben in der flächigen Tiefe ihrer Bildgründe; - als lesbare, sehr persönliche Spuren. Die geben nichts preis über die Abgründe und auch nichts über den Verlauf von Begebenheiten. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Bewegung ist tabu, das Schwerwiegende gemildert, reduziert, ausgewaschen, überdruckt - so wie im wirklichen Leben.
Und doch ist es am Ende so, dass die Dinge in eigener Sprache und in eigener Sache reden. Die Kunst bleibt bei sich...“
„... die schwarzen Männer und die schwarzen Frauen haben, wie sie unschwer nachsehen können - ihr subtiles Doppelleben, mit lichten und dunklen Seiten, ein zweites Gesicht, womöglich ein drittes...
Denn in Grunde spielt Elli Graetz mit dem durchaus herben Charme der Ambivalenz. Das Schöne dabei ist, die Arbeiten von ihr haben eine solche Natürlichkeit, der jeder Argwohn fern ist, nichts erzwingen will...“

Alt-Langsow, 10. Mai 2008, Petra Hornung


Eröffnung der Ausstellung von Elli Graetz am 12.5.09 im Rathaus Lübben (Spreewald)
In der souveränen Handhabung der grafischen Techniken wechseln expressive, konstruktive und informelle Lösungen, verbinden sich Formbewusstsein und ästhetische Erkenntnis. Da ist jemand am Werke, der nach einfachen, beinahe asketischen und eindringlichen Mitteilungsformen strebt und sie in flüchtig skizzenhaften Andeutungen findet. Bei genauerem Hinsehen verbindet sich diese freie gelöste Zeichenhaftigkeit mit satirischer Distanz, tiefer Melancholie und archaischer Strenge zu einer Mehrdeutigkeit, die formalen Reichtum, komplizierte Vielfalt und besondere Farbklänge offenbart.

Lieberose, 11. Mai 2009, Herbert Schirmer

 
Dietlinde Schirmacher  ,Ausstellungseröffnung Galerie Grünstrasse, Berlin 2005,“Wintermond“
„...Diese Ausstellung vereint neben grafischen Arbeiten Objekte, im Sinne von objet trove´s. V.a. sind es gefundene Holz-und Metallmaterialien, die in spielerisch-intuitiver Weise eine poetische Verwandlung erfahren. Formal und materialästhetisch korrespondieren diese Arbeiten mit dem Thema Figur.
Mit dem vertkal-stelenartigen Aufbau wird auf die Figur gedeutet. Die Materialien werden in Ihrem natürlichen Ton belassen, es bleibt eine Patina, die Spuren der Zeit, eine Zeit, die für sich arbeitet, ohne ein Zutun des Menschen. Wie in der Grafik wird auch hier mit mit dem Prinzip der Vereinfachung, einer reduzierten Zeichenhaftigkeit gearbeitet.
Diese Objekte geben Raum für symbolische Deutungen. Es vermischen sich die Figur mit der Kreuzform als eine Verbindung von Erde und Himmel. Verbindet man die Enden ergibt sich eine Kreisform als ein Sonnen- bzw.Lebensradsymbol. Oder die Spiralform, die als archetypisches Sinnbild des Lebenswegs  des Menschen bezeichnet..
Die großen geschlossenen Figuren gleichen in ihrem stummen Dasein steinernen Plastiken (Torsi- in der Betonung  von Kopf  und Körper oft ohne Arme). Sie sind ganz auf sich bezogen. Geben nichts von sich preis. Ein Konzentrat des Figürlichen ist der Kopf, meist im Profil gezeigt mit vereinfachten Umrisslinien...“

Berlin, 2005, Dietlinde Schirmacher


Peter Böthig, Ausstellungseröffnung, Galerie Packschuppen „Elli Graetz und Ralf Hentrich“ ,Mai 2004
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ E.G. vertraut demgegenüber viel stärker der Einbildungskraft. Sie lässt das Material (mit-)sprechen, nimmt dessen Zufälligkeiten hinein, so dass sie von Ihnen ihre Bildideen - zwar nicht bezieht, aber sich entwickeln lässt. Es gibt Bilder, Holz- und Linolschnitte von ihr, die mir eine geradezu verstörende, abweisend-kühle, aber auch verführerisch anziehende Nähe entgegen bringen. Den besonderen Charme, die Intensität ihrer Körper-Landschaften finde ich im Changieren, in der Entdecker-Lust, der Linie zu folgen, ihr eine Kontur entgegen zu setzen - beides miteinander in einen Einklang zu bringen. Ich sehe den Widerstand, den das Material bietet, mit,-Astlöcher, Holzfaserungen,- aber auch die Freude, diesen Widerstand in ein Bild, einen Entwurf zu integrieren zu können(-ist das ein Ferment einer „weiblichen“ Ästhetik?).
Ich erkläre mir das Glücksgefühl, das mich vor etlichen ihrer Bilder überrascht, dadurch, dass ihre Körper auch Landschaften sind, ihre Landschaften körperlich nah rücken-kleine Zeichen, Schatten, Biegungen, Figur,Silhouette,Engel,Materie.Selbst das Stilleben erlaubt es, dem Leben nachzuspüren, seiner Fragwürdig- wie Einmaligkeit.
Ich finde in Ihren Figurationen eine gewisse „bescheidene Prächtigkeit“, eine zurückhaltende,zurückgenommene Feier des Vorhanden- Seins, ein Lob der Existenz - aber weder mediterran überschwänglich, noch nordisch/“emil-noldisch“ düster und explosiv,- sondern mit einer errungenen, eine Harmonie wahrenden Gelassenheit...

Galerie Packschuppen, Mai 2004, Peter Böthig


Bücher - erschienen sind: (Auswahl)

1978
1978
1978
1988
1998
1999
2000
2006
2007
2009

2009
2010
„Sieben Löffel Pudding“ Günter Saalmann Der Kinderbuchverlag Berlin - DDR (Illustrationen)
„Romanze für ein Flügelhorn“ Frantisek Hrubin Verlag Volk und Welt, Berlin (nachgedichtet von Jürgen Rennert) Illustration
„Die zerrissene Jacke“ Tom Wittgen Verlag Junge Welt Berlin - Illustrationen
„Ein Schmetterlingstraum unterm Apfelbaum“ Eberhard Hofmann Verlag Junge Welt Berlin Illustrationen
Elli Graetz Grafik, Bilder Edition Stechlin
„Raum zu Fliegen“ Mappenwerk mit Originalgrafik (Projekt der Inselgalerie, Berlin)
„Ambivalenzen“ Mappenwerk mit Originalgrafik (Projekt der Inselgalerie, Berlin)
„Geschichte in Landschaften“ Buchobjekt mit Originalgrafik Edition Hohes Ufer, Ahrenshoop
„Verstecke“ Buchobjekt mit Originalgrafik Edition Hohes Ufer, Ahrenshoop
„20 Jahre Werkstatt Künstlerische Lithographie“ Grafikedition mit 21 Lithographien aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz
Elli Graetz Collagen, Drucke, Objekte 2005-2009 Edition Stechlin, grafikstudiogalerie, Berlin
Elli Graetz Drucke auf Teebeutelpapier, Edition Stechlin, grafikstudiogalerie, Berlin